Month: Dezember 2016

Crossupdate #11

Zum letzten Mal ging es in dieser Cross Saison auf die Insel. Die vierte Austragung fand diesmal in der Brigittenauer Bucht statt und war gleichzeitig auch die Wiener Meisterschaft. Hier hatte man einen tollen Kurs geschaffen mit zahlreichen Schrägfahrten, knackigen Steigungen und kurzen Laufpassagen.
Jürgen ging schwer angeschlagen trotz Viruserkrankung an den Start und erreichte den 2. Platz hinter Michael Holland.  Bernhard fuhr nach dem deprimierenden letzten Wochenende wieder ein solides Rennen und konnte als 14. finishen.
Johannes startete im Eliterennen und war von seiner Leistung etwas enttäuscht. Trotz solider Leistung ab der Mitte des Rennens reichte es nur für den 14. Platz.

Nach der Weihnachtspause steht am 6. Jänner 2017 traditionell unser Heimrennen das 3KöniXcrosS auf dem Rennkalender. Danach finden am 7. und 8. Jänner die österreichischen Meisterschaften in Stadl Paura statt.

Einstweilen liegen im ÖRV- Starbike- Querfeldeincup weiter 2 RadsportUNION- Fahrer in den TopTen: Jürgen auf Rang 4 und Johannes auf Rang 6.

Crossupdate #10

Wieder auf der Insel. Die dritte Austragung der heurigen Rennen auf der Donauinsel war für Bernhard und Jürgen das erste Rennen nach dem internationalen Spektakel im belgischen Sand am vergangenen Wochenende. Johannes konnte schon am Samstag wichtige Punkte beim international stark besetzten C1- Rennen in Unicov (CZ) sammeln. Im Cup biegen wir ja 4 Rennen vor Schluss bald auf die Zielgerade ein.

Der Donauinselkurs beinhaltete wieder alles was einen Querkurs ausmacht. Hürden, steile Abfahrten, Schrägfahrten, Stiegen, Kurvenkombinationen und Laufpassagen. Laufpassagen wurden auch Jürgen zum Verhängnis der als Sechster einer aktuellen Verletzung an der Achillessehne Tribut zollen und die Spitze in den Trageabschnitten ziehen lassen musste. Johannes fuhr abermals stark und konnte nach einer schwachen Vorstellung am Vortag in Tschechien als 10. erneute eine TopTen- Platzierung einfahren. Bernhard konnte als 34. leider nicht an seine bisherigen Saisonleistungen anschließen und verlässt das Ruderzentrum ein wenig enttäuscht.

Bevors nun in die Weihnachtspause geht steht am kommenden Wochenende nocheinmal die Donauinsel auf dem Rennkalender. Allerdings in der altbekannten Brigittenauerbucht.

Einstweilen liegen im ÖRV- Starbike- Querfeldeincup weiter 2 RadsportUNION- Fahrer in den TopTen: Jürgen auf Rang 4 und Johannes auf Rang 6. Noch vier Rennen zu fahren. Es bleibt spannend.

weitere Infos:
» Bilder CX Wien STARBIKE #3
» Ergebnisse STARBIKE Cyclocross #3
» ÖRV-STARBIKE-Querfeldeincup Männer 2016/17

Masters Cyclocross WM 2016 in Mol

Neben der EM in Trnova haben wir uns als Vereinsziel gesetzt mit einer möglichst großen Teilnehmerzahl am der WM teilzunehmen.

Nach vielen Stunden Planung war es vergangenen Mittwoch soweit: Die Vorhut mit Jürgen, Johannes und Bernhard fuhren mit dem VW Bus und Anhänger mit ingesamt 11 CX-Rädern nach Mol (Belgien).
Nach 14 Stunden Anreise konnten wir unser Headquarter, einem kleinem Haus in der Nähe von Mol beziehen. Hier hatten wir eine Küche um uns zu verpflegen und vor allem Platz um unsere Fahrräder unterzustellen bzw. zu warten.

Donnerstag wurde von uns das Sven Nys Crosszentrum besucht um am dortigen Kurs zu trainieren. Es war ein technisch nicht zu schwieriger Kurs, der allerdings viel Kondition erforderte. Neben dem CX Kurs testeten wir noch den Pumptrack und den MTB Kurs. Perfekte Rahmenbedingungen wie Duschen, Waschboxen und natürlich das Cyclocross Museum inkl. Restaurant rundeten den Besuch ab.
Am Nachmittag kam dann Hofi, der auch am nächsten Tag Michl und Bert vom Flughafen abholte, währen Jürgen, Johannes und Bernhard den Kurs besichtigten und die 2 Stunden Trainingszeit ausnutzten.

Unsere ersten Erfahrungen machten wir mit der perfekten Organisation vor Ort: eigene Athletenparkplätze mit Einweiser, komplett abgesperrter Kurs mit mit Personal für die Durchgängen, usw.
Der Kurs war allerdings für uns Österreicher schon bei der Besichtigung eine Herausforderung: ein schneller Kurs mit sehr langen, tlw. extrem steilen und tiefen Sandpassagen. Der Sand hatte eine Konsistenz von Staubzucker und flösste uns schnell den nötigen Respekt ein. So mussten wir unsere ersten leidvollen Erfahrungen im Sand machen um festzustellen dass das eine andere Liga ist, mit der wir uns am nächsten Tag messen mussten.

Am Renntag hatten wir perfekte Rahmenbedingungen durch unseren Caoch Michl und Johannes die dafür sorgten, dass wir uns optimal startklar machen.
Jürgen und Bert starten um 10:45, wobei Jürgen Pech bei der Startaufstellung sehr weit hinten stehen musste. Für Jürgen lief das Rennen nicht optimal und musste sich bei dem extrem starken Feld mit Platz 34 begnügen. Bert absolvierte nach der EM seinen 2. Auslandeinsatz und konnte mit starker Leistung den 78. Platz erreichen.
Um 11.45 war das Rennen der Altersklasse 40 – 44. Auch hier wurden die Startplätze wie bei allen anderen Rennen ausgelost – Hofi konnte einen Platz in der 1. Reihe ergattern, währen Bernhard aus der letzten Reihe startete. Hofi konnte bei diesem Rennen wichtige Erfahrungen sammeln und erreichte den 77. Platz und Bernhard erreichte mit guten läuferischen Qualitäten den 60. Platz und war mit seinem Ergebnis mehr als zufrieden.
Danach wurden wir klassisch mit Bier und Fritten belohnt und die restlichen Österreicher, vor allem Michel Hermanek (RC Sunpor St. Pölten) angefeuert.

Am Sonntag feuerten wir neben den ganz großen im Rennzirkus, wie den amtierenden Weltmeister Wout van Aert, Johannes beim Silvermeercross an.

Danach konnten wir mit vielen emotionalen Eindrücken die Heimreise antreten.

Sandspielen mit dem Weltmeister

„Haben Sie eine Autogrammkarte?“ Zum ersten Mal seit ich Rad fahre hat mich am vergangenen Wochenende ernsthaft jemand nach einem Autogramm gebeten. Ich wurde ein wenig nervös. Aber alles der Reihe nach. 

Die RadsportUNION packte die Crossräder und ihre enthusiastischen Querfahrer in Auto und Anhänger und was nicht hineinpasste in das Flugzeug. Ziel der Reise war die riesige Sandkiste im belgischen Mol. Hier sollten am Samstag zuerst die alten Männer und Frauen (die wie junge Buben aussehenden Ü30- Fahrer mit der Rennlizenz für Alte mögen es mir verzeihen) ihre Räder schnellstmöglich durch den Sand treten/schieben/tragen. Der erste von ihnen würde Weltmeister in der Masterkategorie werden und ein wunderbar hübsches Regenbogentrikot überstreifen dürfen. 

Für mich wars keine Weltmeisterschaft, aber ganz sicher das bestbesetzteste Rennen meiner bisherigen Querkarriere. Das Zilvermeercross am Sonntag war mit ein Grund warum ich meine Teamkollegen nach Belgien begleitete. Viele, sehr viele Zuschauer am Streckenrand, viel, sehr sehr viel Sand und sehr sehr sehr gute Fahrer -die besten ihres Faches- waren die Zutaten für dieses Abenteuer im Mutterland des modernen Querfeldeinsportes. 

Beim Einfahren fühlte ich mich schon wie in einem Traum. Bei Start und Ziel fuhr ich an Mathieu van der Poel (mein absoluter Lieblingsfahrer) vorbei, der gerade ein Interview für das belgische Fernsehen gab. Kurz danach raste das Regenbogentrikot von Wout van Aert an mir vorbei. Und noch ein wenig später musste Kevin Pauwels vom Rad, weil ich ihn ausgebremst hatte (davor hat der Sand mich ausgebremst).

Konzentriert absolvierte ich mein Aufwärm- und Startprogramm und fand den Fokus wieder. Mit Startnummer 21 sollte ich ins Rennen gehen und alles geben. Ich wollte nicht gut aussehen, ich wollte fahren bis es schmerzt und nicht mehr als zwei Minuten auf die Spitze pro Runde verlieren. Dann sollten sich 3 Runden ausgehen ehe mich die streng blickenden UCI- Kommissäre aus dem Rennen nehmen.

Dann die Startaufstellung, wiedereinmal einer der letzten. Aber immerhin die selbe Spalte wie das Regenbogentrikot. Dann der Start. Sauschnell. Aber in der ersten Kurve staut ohnehin wieder alles. Dann die ersten technischen Passagen. Aber alles gut gefahren, wie im Training geübt. Es macht einfach nur Spaß.

Nach kurzer Zeit war ich gemeinsam mit einem anderen Fahrer schon abgeschlagen und weit von der Spitze weg. Die fahren einfach irre schnell. Unglaublich. Und diesen Gegner habe ich super im Griff. Bei der langen Laufpassage im Sand, vorbei an meinen Betreuern Michi und Jürgen gebe ich mächtig Gas und verliere ihn aus den Augen. Jawohl, nicht Letzter. Ich fahr weiter, versuche alles zu geben, immer zu beschleunigen, immer konzentriert durch die technischen Passagen. Es gelingt halbwegs. Und dann der Pfiff – 80% Zeitrückstand auf die Rundunzeit des ersten- das wars. Kurz aber sehr cool. So ist das eben, wenn man sich als österreichische Querhobette mit den besten der Welt messen will.  Mein Ziel habe ich erreicht: Drei Runden absolviert. Schlecht wars trotzdem nicht. 

Autogramm wollte danach auch niemand mehr haben. Die Frage vor dem Rennen war aber auf jeden Fall eine große Ehre. War wohl eher für die private Sammlung exotischer Querfeldeinfahrer. Was der Belgier im Skisport ist der Österreicher am Querrad. 

Belgien deine Fritten schmecken wunderbar. Wir sehen uns bald wieder.

Johannes Hörschläger